Autismus

Ein Sammelbegriff für verschiedene schwerwiegende Entwicklungsstörungen ist Autismus. In den ersten fünf Lebensjahren bilden sich die typischen Symptome in ihrer Vollständigkeit aus. Autismus zu definieren, ist nicht einfach.

Portrait of happy smiling brunette businesswoman in glasses, over grey background

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Drei Hauptmerkmale bestimmen in der Regel die Krankheit:

• schwer gestörte soziale Fähigkeiten
• ein stereotypisches Verhalten, das sich immer wieder wiederholt und bestimmten Ritualen folgt
• Beeinträchtigung von Sprache und Kommunikation.

Störungen

Tiefgreifende Störungen in ihrer Entwicklung zeigen sechs bis zehn Kinder von 1.000 Kindern. Etwa ein Viertel der Erkrankten weist eine Intelligenz auf, die einer normalen oder überdurchschnittlichen entspricht. Autismus ist eine Erkrankung, die hauptsächlich Jungen heimsucht.

Formen

Autismus wird in drei verschiedenen Formen eingestuft: Frühkindlicher und Atypischer Autismus sowie das Asperger Syndrom. Die Symptome können schwach oder stark ausgeprägt sein, bei schwacher Ausprägung entdeckt man Autismus meist erst bei Erwachsenen und dies auch nur rein zufällig. Weiter sind die Übergänge fließend, beispielsweise von der frühkindlichen Form zum Asperger-Syndrom.
Die Symptome nicht nur unterschiedlich ausgeprägt, sie sind selbst schon sehr vielfältig. Meist zeigen sich auffällige Verhaltensmuster sowie Störungen bei der sozialen Interaktion und der Kommunikation. Weitere Symptome können aggressives Verhalten, Ess- und Schlafstörungen sein.

Problematik

Autisten haben kaum soziale Kontakte, weil sie keine Beziehung zu anderen Menschen aufbauen können. Diese Problematik bleibt den Betroffenen ein Laben lang erhalten. Sie haben in der Regel keine freundschaftlichen Kontakte und leben meist allein. Ein weiteres Symptom ist das Verhaltensmuster, das Autisten an den Tag legen. Sie wiederholen ständig dieselben Verhaltensweisen, haben vor jeder Veränderung Angst und halten an Gewohnheiten fest, die sie kennen. Im Wohnbereich eines Autisten hat jedes Ding seinen angestammten Platz, der sich nicht verändern darf. Stellen Besucher dieses Ding an einen anderen Platz, bricht für den Autisten die „Welt zusammen“.

1960er-Jahre

Bei der Suche nach Ursache für Autismus war die Wissenschaft lange Zeit erfolglos. Bis tief in die 1960er-Jahre gaben sie den Eltern durch liebloses Verhalten dem Kind gegenüber die Schuld. Heute wissen es die Wissenschaftler besser. Sie gehen von eine genetischen Ursache aus. Studien zeigten, dass Kinder, wenn ein Geschwisterkind Autismus hat, ein 50-fachers Risiko hat, ebenfalls zu erkranken. Allerdings konnten Wissenschaftler im Gehirn von Erkrankten keine Auffälligkeit finden, die auf Autismus hindeutet. Die heutige Meinung ist, die Störungen kommen bereits im Mutterleib zustande. Es wurden Auffälligkeiten in den bestimmten Abschnitten des Gehirns gefunden, die verantwortlich für die Kommunikation und soziale Fähigkeiten sind. Ein großer Teil der Autisten haben eine eingeschränkte Intelligenz und geistige Behinderungen. Mehr als drei Viertel der Autisten sind ihr Leben lang hilfedürftig.