Herz-Kreislauf-Attacken durch extreme Temperaturveränderungen

Es ist zwar schon länger bekannt, doch eine aktuelle Studie bestätigt nun, dass extreme Temperaturen die Zahl tödlicher Herz-Kreislauf-Attacken erhöht. Bei heißen Temperaturen steigt das Risiko von Thrombosen, bei kaltem Wetter das von Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Wetterveränderungen und Herzkreislauf-Erkrankungen Herz-Kreislauf-Attacken durch extreme Temperaturveränderungen (© Jenny Sturm - Fotolia.com)

Dr. Alexandra Schneider vom Institut für Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum in München wertete mit ihrem Team die Daten von 188.000 Todesfällen aus. Alle Patienten erlagen einer Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Studie stützt sich dabei auf Daten, die zwischen den Jahren 1990 bis 2006 gesammelt wurden. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Heart“ publiziert.

Steigende oder sinkende Temperaturen können gefährlich werden

Steigt das Thermometer von 20 auf 25 Grad, erhöht dies die Sterblichkeitsrate um 9,5 Prozent. Es ist bekannt, dass Sommerhitze dem Körper zusetzen kann, gerade ältere Menschen kommen mit der Wärme im Sommer überhaupt nicht zurecht. Ein Grund liegt vermutlich darin begründet, dass bei erhöhten Temperaturen das Blut dicker wird und zudem die Blutgerinnung Veränderungen zeigt.

Doch auch der Winter zeigt sich als potenzieller Gefahrenherd. Sinken die Temperaturen von minus 1 auf minus 8 Grad, erhöht sich die Zahl der Sterblichkeitsrate um 7,9 Prozent. Die Patienten, bei denen im Vorfeld bereits Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche bekannt waren, gehörten laut der Studie zu den häufigsten Todesfällen. Der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) hat schon öfter auf die Gefahren der kalten Witterung hingewiesen. Der Blutdruck steigt bei kalter Außentemperatur, da die Blutgefäße die Temperatur regulieren und sich in der Folge zusammenziehen. Nun reicht ein kleiner Pfropf, um den Durchfluss zu verhindern. Besonders Patienten mit Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder Arteriosklerose sollten in den Wintermonaten besonders aufpassen.

Was tun gefährdete Personen?

Wer an einer der genannten Erkrankungen leidet, sollte aufpassen, dass er sich bei kalten Temperaturen im Freien nicht bis an die Belastungsgrenze bringt. Gerade die Arbeit des Schnee-Schippens kann zu anstrengend werden, wenn die Schaufel extrem gefüllt wird.

Stellt sich ein Druck oder Brennen im Brustkorb ein, sollte die Arbeit sofort niedergelegt werden. Der nächste Weg führt dann zum Arzt, der dann abklärt, ob es die Bronchen sind oder ob das Herz aus dem Takt geriet. Generell gilt es – laut den Medizinern im Winter sorgsam zu sein. Es sollte vermieden werden, die kalte Luft durch den Mund einzuatmen. Der bessere Weg führt über die Nase, da die eisige Luft so etwas vorgewärmt in der Lunge ankommt.