Knieschmerzen: Spritzen und Spiegelungen sind meist wirkungslos!

Knieschmerzen aufgrund einer Arthrose im Kniegelenk beeinträchtigen den Alltag der Betroffenen enorm. Die Beweglichkeit ist eingeschränkt, der Schmerz dominiert jede Bewegung. In vielen Fällen werden zur Behandlung Spritzen mit Hyaluronsäure und Kortikoiden verabreicht. Eine neue Studie zeigt, dass diese Maßnahme genau wie eine Spiegelung oft keine Wirkung mit sich bringt.

Knieschmerzen - Spritzen und Spiegelungen sind meist wirkungslos Knieschmerzen - Spritzen und Spiegelungen sind meist wirkungslos (© cirquedesprit - Fotolia.com)

Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung wurde ein „Faktencheck Gesundheit“ erstellt. Dieser kommt zu dem Ergebnis, dass die Injektionen bei den Knieschmerzen häufig wirkungslos bleiben. Das Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut in Berlin analysierte aktuelle Berichte und kam so zu diesem Ergebnis.

Professor Gerd Gigerenzer, Direktor des Harding-Zentrums, weist zudem daraufhin, dass nicht nur der Nutzen der Spritzen und Spiegelungen häufig überschätzt werde, sondern dass zudem die verbundenen Risiken ausgeblendet würden. Zu diesen zählen etwa Entzündungen, Schwellungen oder eine Verletzung der Gefäße.

Das Harding-Zentrum schätzt die Injektionen mit Hyaluronsäure als kritisch ein. Zwar bringe eine solche Behandlung gelegentlich eine Linderung der Schmerzen mit sich, doch dieser kleine Erfolg ist nach ein paar Monaten bereits nicht mehr nachweisbar. Das Gleiche gilt für die Kortikoid-Injektionen, auch hier verschwinden die Schmerzen nur für eine kurze Zeit.

Im „Spiegel“ sagt Professor Gerd Gigerenzer, dass es immer wieder erstaunlich sei, dass die Faktenlage bei oft eingesetzten Behandlungen recht dünn ist. Dennoch werden die Patienten kaum darüber aufgeklärt.

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten für die Injektionen normalerweise nicht, so die Bertelsmann Stiftung.

Oft sind Menschen ab 60 betroffen

Hauptsächlich betrifft die Problematik einer Gelenkerkrankung ältere Menschen. Im Schnitt leidet jeder dritte Mann und jede zweite Frau über 60 an Knieschmerzen, oft ist Arthrose die Ursache.

Die Studie empfiehlt, eine Besserung der Beschwerden mit konservativen Methoden zu versuchen. Beispielsweise durch eine Gewichtsreduktion, gelenkschonenden Aktivitäten oder Ergo-, Physio- und physikalische Therapieangebote. Betroffene, die an Übergewicht und Adipositas leiden, sollten sich mit dem Thema „Abnehmen“ auseinandersetzen, es spielt eine große Rolle bei Knieschmerzen.

Wer über alternative Heilmethoden nachdenkt, findet in der Naturheilkunde Möglichkeiten. Diese reichen von der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) über Akkupunktur, Schröpfen oder Qi Gong.

Quelle: Curado