Vitamin D Mangel als Risikofaktor für Demenz?

Vitamin D ist für den Knochenaufbau und für den Kalziumhaushalt wichtig. Ein extremer Mangel würde sich bei Kindern mit Rachitis ("verbiegen" der Knochen) äußern, während Erwachsene mit einem Knochenabbau (Osteoporose) oder mit dem "Erweichen" des Knochens (Osteomalazie) zu kämpfen hätten.

Vitamin D Mangel als Risikofaktor für Demenz Vitamin D Mangel als Risikofaktor für Demenz (© Johan Larson - Fotolia.com)

Forscher fanden jetzt zudem heraus, dass zwischen einem Vitamin D Mangel und einer Demenzerkrankung ein erheblicher Zusammenhang besteht.

Wie kommt ein Vitamin D Mangel zustande?

Der Körper sorgt zu 80 Prozent selbst für eine ausreichende Bildung von Vitamin D. Doch dazu benötigt er Sonnenlicht. Durch die Bestrahlung des UV-Lichts kann die Haut das wichtige Vitamin bilden. Die restlichen 20 Prozent des Bedarfes werden über die Nahrung zugeführt. Vitamin D ist unter anderem in Fisch, Eiern und Milch und Milchprodukten enthalten.

Eine groß angelegte Studie birgt Erstaunliches

Forscher der Universität Exeter fanden in einer Studie heraus, dass Menschen, die wenig Lebensmittel mit Vitamin D zu sich nehmen – und sich zudem noch selten im Freien aufhalten, ein erhöhtes Demenzrisiko haben.

Das Team rund um den Wissenschaftler David Llewellyn erstellte die Studie in einem Zeitraum von sechs Jahren. 1600 Teilnehmer nahmen an der Studie teil, alle älter als 65 Jahre und keiner zeigte Anzeichen einer Demenzerkrankung, eines Schlaganfalls oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Darauf legten die Wissenschaftler Wert, denn durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn durch einen Schlaganfall oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung kann die Symptomatik einer Demenzerkrankung ebenfalls hervorgerufen werden.

Wenig Vitamin D – erhöhtes Demenzrisiko

Innerhalb der sechs Jahre erkrankten 171 der Studienteilnehmer an Demenz. Bei 102 wurde Alzheimer diagnostiziert. Dabei kristallisierte sich heraus, dass die Teilnehmer mit einem niedrigen Vitamin D Spiegel ein deutlich höheres Risiko hatten, an Demenz zu erkranken. Um genau zu sein, liegt das Risiko sogar bei 53 Prozent. Diejenigen der Probanden, die einen erheblichen Mangel an dem Vitamin aufwiesen, hatten eine 120-prozentige Risikoeinschätzung.

Die Fallzahlen reichen noch nicht aus

Die Forscher sprechen trotz der groß angelegten Studie nicht von einem Durchbruch. Es sind weitere Studien nötig, bevor die zusätzliche Gabe von Vitamin D als Alzheimer- oder Demenzvorsorge forciert werden kann. Auch eine Empfehlung, einfach mehr Fisch- und Milchprodukte zu essen, kann im Hinblick auf eine Vorsorge nicht ausgesprochen werden. Die Forscher erklärten, dass die Daten nicht kausal zeigten, dass ein niedriger Vitamin D Spiegel mit einer Demenzerkrankung gleichzusetzen ist. Dennoch – die Zahl der Neuerkrankungen steigt nahezu jährlich – da wäre es sicher nicht verkehrt, seinen Vitamin D Spiegel auf einem gesunden Level zu halten.