Schlafen und Schnarchen – eine gefährliche Kombination?

Schlafstörungen - Schnarchen und Gesundheit Schlafen und Schnarchen - eine gefährliche Kombination? (© detailblick. - Fotolia.com)

Jeder Mensch, jedes Lebewesen muss schlafen. Diese wichtige Regenerationsphase gehört zum Leben dazu. Beileibe nicht jedem Menschen ist es vergönnt, einen tiefen und erholsamen Schlaf zu genießen. Schnarchen steht dabei ganz oben auf der Liste der Störfaktoren. Doch wenn zum Schnarchen Atemaussetzer dazukommen – dann hat der Schlaf nichts mehr mit Erholung zu tun, dann ist es äußerst ungesund und kann sogar gefährlich werden.

Warum ist gesunder Schlaf so wichtig?

Der Mensch benötigt eine gewisse Menge an Schlaf, um konzentrationsfähig und leistungsbereit zu sein und zu bleiben. Beginnt der Betroffene nach dem Einschlafen sofort intensiv mit dem Schnarchen, kann es zu einer Konzentrationsschwäche, gepaart mit einem erheblichen Leistungsabfall kommen. Zudem hält sich der Erholungswert für den Partner ebenfalls in deutlichen Grenzen, denn er ist oft einer massiven Geräuschkulisse ausgesetzt. Kommen zu dem Problem der nächtlichen Schnarcherei noch Atemaussetzer dazu, sprechen Mediziner von einer „Schlafapnoe“ – und jetzt wird es kritisch für Betroffene.

Die Symptome und Folgen einer Schlafapnoe

Wer unter einer Schlafapnoe leidet, der hat mit nächtlichen Atemaussetzern zu kämpfen. Oft bekommt der Betroffene es nicht einmal selbst mit. Diese Atemaussetzer sind verantwortlich dafür, dass die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn verringert ist. Zudem leitet das körpereigene Schutzsystem quasi einen Weckvorgang ein, der von den Betroffenen jedoch nicht bewusst wahrgenommen wird. Der Körper ist in Alarmbereitschaft und produziert Adrenalin und weitere Stoffe, um die für ihn potenzielle Gefahr abzuwenden. So erklärt es der Leiter des schlafmedizinischen Zentrums der Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik in Mannheim, Dr. Joachim Maurer. Kommt jedoch ständig zu wenig Sauerstoff an seine Bestimmungsorte, werden die Blutgefäße nachhaltig geschädigt und der Weg zu einem erhöhten Blutdruck ist nicht mehr weit. Genau aus diesem Grund dürfen Schnarcher nicht allzu lapidar mit ihrem Problem umgehen, es bedarf einer vernünftigen Behandlung.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Herkömmlich wird nach wie vor die CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) gegen Atemaussetzer sehr erfolgreich eingesetzt. Dabei werden durch einen Überdruck die Atemstillstände verhindert. Weiter verhelfen spezielle Unterkieferschienen manchen Patienten zu einem gesunden Schlaf und einige zogen eine Operation vor, um das Problem in den Griff zu bekommen. Nun hat sich zu diesen bewährten und etablierten Maßnahmen eine neue Idee gesellt: der Zungenschrittmacher. Dabei handelt es sich um einen Nervensimulator, der unterhalb des Schlüsselbeins operativ eingesetzt wird. Der Zungenschrittmacher soll zwei wichtige Aufgaben ausführen: Einerseits kontrolliert er durch Messung das Atmen und andererseits gibt er schwache Impulse ab, wenn die Muskulatur der Zunge erschlafft. Denn eine entspannte Zunge rutscht leicht nach hinten in den Rachenraum und verschließt die Atemwege. Als Patient bekommt man von dem kleinen Gerät kaum bis gar nichts mit. Doch die Schnarchgeräusche und die Atemaussetzer werden auf diesem Weg ausgeschaltet. Leider ist das kleine Gerät nicht für alle Schnarcher geeignet, so Dr. Maurer.

Wem nützt der Zungenschrittmacher?

Nur ein kleiner Teil der Schnarcher können von dem Gerät profitieren. Da es die Zungenmuskulatur anregt, hilft es auch nur bei Patienten, die ihr Schnarchproblem durch eine erschlaffende Muskulatur in der Zunge haben. Zudem muss darauf geachtet werden, dass die Betroffenen eher wenige Atemaussetzer haben. Diese neue Behandlungsmöglichkeit wird sehr sorgsam eingesetzt. Es kommen nur Patienten in die engere Wahl, die kein Übergewicht haben, an keiner Lungenkrankheit leiden und keinen Herzschrittmacher tragen.

Nicht jeder Zungenschrittmacher wird von der Krankenkasse bezahlt. Da diese neue Form der Behandlung um die 10.000 Euro kostet, kommt sie nicht für jeden Patienten infrage. Doch es wird mit Sicherheit noch weiter an dieser innovativen Behandlungsmöglichkeit geforscht, damit die Therapie ausreift und somit sicherer und wirkungsvoller wird. Bis es soweit ist, bleibt die Behandlung mit Überdruck für die meisten Patienten mit Schlafapnoe die Hilfe Nummer eins.

Quelle: N-TV