Sport im Büro? – Aber natürlich!

Der Mensch ist für vieles geschaffen, nur nicht dafür, den ganzen Tag sitzend im Büro zu verbringen. Doch mittlerweile ist die Anzahl der Berufe, die vorwiegend sitzende Tätigkeiten erfordern, enorm angestiegen.

Sport im Büro Sport im Büro? - Aber natürlich! (© Monkey Business - Fotolia.com)

Doch für viele Menschen ist der Schreibtisch der Ort, vor dem sie acht oder mehr Stunden sitzen. Kein Wunder, dass so mancher Körper mit brüllenden Kopfschmerzen oder einem steifen Nacken reagiert. Dabei könnten diese unangenehmen Begleiterscheinungen der Sitz-Tätigkeit eingedämmt werden. Mit ein paar Übungen während des Büroalltags und vor allem mit Sport nach Feierabend.

Und die Arbeit am Schreibtisch ist doch anstrengend

Die Nachrichtenagentur „dpa“ brachte eine Meldung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) heraus. Demnach klagen satte 80 Prozent aller Schreibtischarbeiter über Schmerzen – verursacht durch die Arbeit. Auch wenn diese Meldung einem Bauarbeiter nur ein müdes Lächeln entlockt, verspüren Büroarbeiter Schmerzen im Rücken, Schultern, Kopf und den Armen. Das hat letztendlich nichts damit zu tun, wer die körperlich anstrengendere Arbeit verrichtet. Das wäre in dem Fall natürlich der Bauarbeiter. Doch die Frage ist: Was ist wirklich für den Körper anstrengender? Ein fordernder, aber dem menschlichen Körper angepasster Job – oder eine Arbeit, mit der der menschliche Körper so rein gar nichts anfangen kann?

Vorbeugende Maßnahmen

Nils Franke von der AOK erklärt, dass etwa 25 Prozent aller Krankschreibungen in Deutschland auf eine Muskel-Skelett-Erkrankung zurückgehen. Dabei könnten einige Beschwerden verhindert werden. Professor Ute Latza von der Baua erklärt, dass generell alle Beschäftigten selbst darauf achten sollten, nicht zu lange am Stück zu sitzen. So könne beispielsweise beim Telefonieren aufgestanden werden oder man nutzt die Mittagspause für einen flotten Spaziergang. Solche kleinen Maßnahmen verhindern nämlich, dass der Rücken zu lange einseitig belastet werde.
Um einen Kopfschmerz zu vertreiben, können Betroffene versuchen, den Blick vom Bildschirm abzuwenden und die Hände in Lauschposition hinter die Ohren zu bringen. Jetzt sollten die Geplagten bewusst auf die Geräusche ihrer Umgebung achten. Das ermöglicht dem Gehirn, die Geräusche richtig einzusortieren.
Wer durch die Arbeit vor dem Bildschirm mit Augenflimmern kämpft, muss seinen Blick wenigstens kurz von dem Monitor lösen, erklärt Professor Latza. Vielleicht, um zum Kopierer zu gehen – oder für kurze Zeit ein warmes Tuch auf die Augen zu legen und zu entspannen. Auch eine Massage um die Augenhöhle könnte das Flimmern vertreiben.

Entspannung ist nicht gleich Faulheit

Wer sich mit autogenem Training oder der progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen beschäftigt, ist klar im Vorteil. Denn Kenner und Kenner dieser Entspannungstechniken sind in der Lage, sich quasi „auf Kommando“ zu entspannen. Solche kurzen Entspannungsphasen wirken einem steifen Nacken entgegen, sie fördern die allgemeine Leistungsfähigkeit und sie sind in der Lage, Kopfschmerzattacken zu blockieren. Somit dienen sie eigentlich dem Unternehmen, denn der Mitarbeiter ist unter dem Strich deutlich leistungsbereiter als ein Kollege mit einem pochenden Kopf, einem verspannten Nacken oder einem schmerzenden Rücken.

Bewegung, Bewegung, Bewegung

Professor Latza weist darauf hin, dass viele Menschen nicht wissen, dass etliche Schmerzen ihren Ursprung in der Halswirbelsäule haben. Deswegen sollte das Arbeitsumfeld so angenehm wie möglich geschaffen sein. Die Computermaus sollte nicht stocken, der Stuhl ist im besten Fall ergonomisch geformt, der Monitor beim Surfen im Internet ist auf der richtigen Augenhöhe eingestellt. Wer den Tag im Sitzen verbringt, sollte immer wieder die Fußgelenke kreiseln lassen und die Zehen bewegen. Damit wird die Durchblutung angeregt. Generell kann man sagen – jede Form der Bewegung ist sinnvoll. Und wenn es nur kleine Schritte bei einem Telefonat sind oder das gelegentliche waagerechte Strecken beider Arme. Selbst im Sitzen ist es möglich, den Oberschenkel anzuheben. Auch das ist eine Bewegung. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Sport nach Feierabend

Schwimmen, Radfahren oder Walken, das sind die Klassiker, mit denen sich gestresste Büroarbeiter einen Luxus für ihren Körper gönnen. Prinzipiell ist es egal, welcher Sport ausgeübt wird, wichtig ist nur der Spaßfaktor. Das, was einem Freude bereitet, wird auch eher intensiviert. Wer lustlos um den Block trabt, sollte sich eher eine andere Form der Bewegung suchen.