Melioidose – eine importierte Infektionskrankheit

Melioidose kommt hauptsächlich in tropischen und subtropischen Regionen vor. In diesen Gebieten sind Nagetiere und oft auch Haustiere von den Erregern betroffen. In Südostasien, hauptsächlich in Vietnam, Laos, Kambodscha, Malaysia, Burma und Thailand, im südpazifischen Bereich kommt diese Infektion vor, aber auch in Nord-Australien, Afrika, dem Mittleren Osten, Singapur, China sowie in Indien und Südamerika. Nach Europa und anderen westlichen Industrieländern gelangt die sehr seltene Infektion durch Reisende oder Einwanderer.

Erreger, Vorkommen

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Es gibt zwei Arten der Melioidose: die akute (fulminante) und die subakute (chronische) Melioidose. Ursache für die Infektion sind Burkholderia pseudomallei, aerobe Stäbchenbakterien, die aus der Gruppe Pseudomonaceae stammen. Die Erreger leben in verunreinigtem Wasser, im Erdreich sowie auf Früchten und Gemüsesorten.

Übertragung

Die Übertragung der Bakterien erfolgt über kleine Schürf-, Risswunden, kleinere Verletzungen sowie beim Durchwaten von Wasser an der Oberfläche wie beispielsweise Reisfelder. Auch kann die Übertragung über Spritzwasser und Staub sowie oral durch Trinkwasser und Nahrungsmitteln erfolgen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nur bei sehr engem Kontakt und auch nur in sehr seltenen Fällen möglich.

Inkubationszeit und Symptome

Von der Infizierung bis zum Ausbruch der Infektion können ein bis zwei Tage vergehen, aber auch viele Monate und in Einzelfällen auch Jahrzehnte. Die Symptome äußern sich unterschiedlich, abhängig vom Infektionsweg, wobei die Symptome nicht zwangsläufig auftreten müssen. Einige der Infektionen verlaufen ganz ohne Symptome. Beim subklinischen Verlauf zeigen sich Symptome, die einer Erkältung ähnlich sind, mit hohem Fieber, Atemnot und Bluthusten. Nach Eintreten der Symptome verbreiten sich die Bakterien im gesamten Körper und lösen Abszesse in den verschiedenen Organen aus. Tritt der Erreger über offene Verletzungen in den menschlichen Körper ein, bilden in den um die Verletzungen liegenden Weichteilen Abszesse. Die Erreger verbreiten sich von der Wunde aus im ganzen Körper und greifen Knochen, Milz, Leber und Lymphknoten an. Dieser Vorgang kann Granulome ausbilden. Granulome sind Neubildungen von Gewebe, in Form von Knötchen, die hochentzündlich sind.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt grundsätzlich in einer Klinik, welche auf seltene Infektionen spezialisiert ist oder über eine spezielle Station für diese Infektionen verfügt. Die Behandlung ist schwierig, weil die Erreger gegen die meisten Antibiotika resistent sind. Ärzte geben dem Patienten Antibiotika intravenös für die Dauer von zwei Wochen, danach ein halbes Jahr als Tabletten. Allerdings sterben 90 Prozent der Erkrankten mit fulminanten Verlauf innerhalb von 48 Stunden; beim milden Verlauf sind es 50 Prozent.
Weitere Infos Gegen Melioidose gibt es keinen Impfstoff. Die Infektion ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.