Was ist eine Hodentorsion?

 

Bei einer Hodentorsion handelt es sich um eine Verdrehung des Hodens. Der Hoden verdreht um seine Längsachse am Samenstrang, wodurch die Blutgefäße abgeschnürt werden. Eine Hodentorsion ist für den Mann nicht nur mit extremen Schmerzen verbunden, sondern auch gefährlich. Erfolgt nicht umgehend medizinische Hilfe, kann diese Verdrehung zum Absterben der Keimdrüse führen.

Beschreibung

Der Hoden verdreht sich um die Längsachse des Gefäß- und Samenleiterstrangs. Durch die Verdrehung werden die Blutgefäße abgeschnürt und die Versorgung des Hodens mit Blut stark beeinträchtigt oder komplett unterbrochen. Das Blut staut sich im Hoden, wodurch auch der arterielle Zufluss eine Beeinträchtigung erfährt. Dabei kann Hodengewebe absterben. Unterbricht die Hodentorsion die arterielle Zufuhr sowie den Blutabfluss durch die Venen, ist diese eine komplette Torsion, was ein schnelles Absterben von Gewebe zur Folge hat. Im Grunde ist eine Hodentorsion vom Alter des Mannes unabhängig, sie kommt jedoch gehäuft im ersten Lebensjahr sowie im Alter zwischen 12 und 18 Jahren. Je älter der Mann wird, desto seltener besteht dieses Risiko.

Symptome

Ein akut auftretender Schmerz breitet sich in der betroffenen Hodensackseite aus. Bereits bei Berührung verstärkt sich der Schmerz und kann sich bis zum Unterbauch ausdehnen. Auch können Übelkeit, Erbrechen und Schwitzen auftreten. Des Weiteren kann es zu einer Beschleunigung der Herzfrequenz kommen und im Extremfall zu einem Schock.

Ursachen

Die Entwicklung der Hoden vollzieht sich im Bauchraum. Bis zur Geburt steigen sie in der Regel in den Hodensack ab. Es kann jedoch vorkommen, dass der Abstieg ausbleibt, beide oder ein Hoden im Bauchraum verbleiben. Auch kann es sein, dass die Hoden ihren Abstieg am Leistenkanal beenden.

Zu einer Hodentorsion kommt es, wenn die Hoden eine Überbeweglichkeit innerhalb ihrer Hülle haben und durch anatomische Anomalien bei der Aufhängung vorliegt. Auslöser für die Hodentorsion können Aktivitäten sein, aber auch während des Spielens oder beim Sport. Als Risikofaktor wird das Radfahren genannt, weil die Hoden kontinuierlich über den Sattel des Fahrrads in Bewegung sind.

Therapie

Schnelligkeit ist bei einer Hodentorsion oberstes Gebot. Nur wer schnell medizinische Hilfe erhält, kann der Hoden oder beide Hoden gerettet werden. Der Arzt muss schnell die Blutversorgung der Hoden wieder herstellen; Studien gehen von einer Zeitspanne zwischen sechs bis acht Stunden aus, um den Hoden zu erhalten.

In der Regel erfolgt bei einer Hodentorsion ein operativer Eingriff, idealerweise in den ersten vier bis sechs Stunden nach den ersten Symptomen. Bei der OP bringt der Arzt den Hoden wieder in seine ursprüngliche Lage. Auch eine Therapie ohne Operation ist möglich. Erfolgt eine Behandlung innerhalb der ersten Stunden, kann sich der Hoden wieder vollständig erholen.