Stauballergie – Staub hält gesund

Es ist zwar erstaunlich, aber eine Tatsache: Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, leiden deutlich seltener an Allergien als gleichaltrige Kinder, die nicht ständig dem Staub im Stall ausgesetzt sind.

Stauballergie Stauballergie - Staub hält gesund (© Gerhard Seybert - Fotolia.com)

Eine US-amerikanische Studie zeigt, dass Stadtkinder weniger anfällig für eine Hausstaubmilbenallergie sind, wenn sie in einer bakterien- und allergenreichen Umgebung aufwachsen. Somit steht fest, dass ein steter Kontakt zu bestimmten Bakterien aus dem Hausstaub eine etwaige Allergie sogar verhindern kann. Als weiterer positiver Nebeneffekt verringert sich zudem noch die Gefahr, an der Hauterkrankung Neurodermitis oder gar an Asthma zu erkranken.

Das US-amerikanische Forscher-Team um James Gern von der University of Wisconsin untersuchte 560 Kinder aus unterschiedlichen amerikanischen Ballungszentren. Die exakten Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitung „Journal of Allergy and Clinical Immunology“.

Welche Stoffe wurden untersucht?

Es wurde untersucht, in welchem Maß die Kinder allergieauslösenden Stoffen ausgesetzt sind. Nicht nur die Hausstaubmilbe spielte eine Rolle, sondern auch die Allergene von Tierhaaren, Mäusekot, Milben und Kakerlaken. Im Rahmen dieser Studie besuchten die Mitarbeiter des Forschungsteams immer wieder die Wohnungen, in denen die Kinder lebten. Es wurden regelmäßig Hausstaubproben entnommen und bei den Kleinen wurde ein Allergietest durchgeführt.

Diese Vorgehensweise ermöglichte es den Forschern zu sehen, inwieweit sich bei den Kindern eine Überempfindlichkeitsreaktion zeigte.

Es ist ja schon seit Längerem bekannt, dass eine zu reine und hygienische Umgebung allergiefördernd ist. Bauernhof-Kinder sind nahezu komplett immun gegen eine Allergie. Das liegt an der großen Zahl von Mikroben, die auf einem Bauernhof vorkommen. Diese Mikroben schalten quasi diejenigen Gene aus, die zu einer Allergie führen könnten.

Doch das Ergebnis der Studie ist dennoch erstaunlich: Je mehr die Kinder mit Hausstaub zu tun hatten, umso mehr sank die Wahrscheinlichkeit für eine asthmatische Erkrankung. Die Forscher fanden heraus, dass ein stark bakterienreicher Haushalt die Kinder tatsächlich vor Allergien schützen kann.

Fazit

Der Mensch braucht Bakterien, um gesund zu bleiben. Diese Tatsche ist bereits seit Längerem bekannt. Wer sich also täglich mit Desinfektionsmitteln bewaffnet durch die Wohnung kämpft, könnte dafür sorgen, dass dies seinen Kindern überhaupt nicht bekommt. Da auf der anderen Seite kaum jemand in einer unsauberen Umgebung hausen möchte, ist der goldene Mittelweg gefragt. Oft reichen ein sauberes Tuch, ein Reiniger auf Essig- oder Zitronenbasis und heißes Wasser, um Verschmutzungen zu lösen und zu reinigen. Rein unter dem gesundheitlichen Aspekt betrachtet, ist das sinnvoller als eine staub- und keimfreie Umgebung.